AnMut

Weltreisender, Wasserjäger, heimlich, an der Oder zu Hause. Anders als sein menschensuchender Verwandter kann sein Horst kaum tief genug im alten menschenleeren Wald in einem alten Baum versteckt sein. Unsere Begegnung in einer flachen Oderbucht hat ihn nicht gestört und mein Herz dauerhaft höher schlagen lassen. Wie der Regen, der heute endlich das ausgetrocknete Land ein wenig tröstet.

SchreitSchritt

Ein Weißstorch jagt bedächtig. Frösche, Kröten, Molche, Mäuse, Schlangen, Regenwürmer … Gut, wenn genug Wasser im Boden ist. Pflanzen nutzen es und die meisten unserer Amphibien sind ebenso abhängig von ausreichend Niederschlägen. Ein alter Kindervers zum Schluss: „Klapperstorch du Guter, bring mir einen Bruder, Klapperstorch du Bester, bring mir eine …“

VorSicht!

Ende Mai. Drei erwachsene Kraniche auf dem Feld. Keine Küken. Zu trocken, um im Wasserschutz zu brüten? Zu kühl, Küken verklammt, erfroren? Zu wenig große Insekten, um satt zu werden? Von allem etwas? Klimakrise! Kranichkrise. Das dritte extrem schlechte Jahr für Nachwuchs.

MöwenSchirm

Wenn mehr als 20.000 Lachmöwen kreischend aufsteigen, dann bebt die Luft. Wie hier auf einer Insel im Stettiner Haff. Es regnet harte Tropfen, Windböen peitschen und das ist völlig gleich, wenn ich wieder zum „ersten Mal“ ein besonderes Naturschauspiel bestaunen darf.

SchreiTender

Am Nest. Einer sitzt, einer frisst in der Nähe und wacht. Ich kam von der anderen Richtung, der Wachende hat laut gegurrt, das Zeichen für mich, er hat mich bemerkt. Bin umgekehrt und kam vom Hügel, eine halbe Stunde weiter. Knochentrocken der Wald und schleichen unmöglich. Der Wind birgt mich ein wenig. Da, der Schreitende. Ich finde keinen Baum als „Stativ“ und so ist das Bild etwas wackelig. Der Eleganz des grauen Vogels schadet dies nicht. Ich bin gespannt, wann die Küken schlüpfen und, ob sie eine Chance bekommen …

LeiseLust

Die Balz der Schellenten beobachte ich besonders gern. Die beiden hier sind bereits müde, doch das Goldauge, ein anderer Name für den Erpel, zeigt noch gelegentlich, etwa mit dem Kopf-in-den-Nacken-werfen, dass er der Hochzeiter ist. Bald sucht sich das Weibchen eine Baumhöhle, gerne vom Schwarzspecht gezimmert und baut eine warme Daunenwiege. Die Natur hat es wieder einmal gut gerichtet. Gleich nach dem Schlupf klettern die Küken, Krallen an den Schwimmfüßen machen es möglich, zum Höhlenausgang und folgen voller Urvertrauen den Lockrufen der Mutter, stürzen sich mutig ins gefahrvolle Leben. Mut brauchen sie, um groß zu werden. Glück, eine erfahrene Mutter dazu.

GehWeg!

Alles ist im Wandel. Vor 30 Jahren konnte ich nach den Kranichen die Jahresuhr stellen. März war es, wenn sie lauthals ihre Reviere markierten. Der 3. Februar. Ich habe Wolfskot mit einem unverdauten Zahn gefunden. Damwild hat mich von ferne geflüchtet. Bin auf dem Heimweg. Da rufen mich vom Biberteich Kraniche. Kurzes Zögern, dann überlege ich mir einen Weg mit der besten Deckung. Gar nicht leicht zwischen all den gestürzten Bäumen. Immer wieder stehe ich, suche mit dem Fernglas die silbernen Tiere. Sollten sie mich zuerst entdecken, zwei, drei Rufe, ihre Schwingen öffnen sich und empört weiterrufendrauscht das Duo von dannen. Heute nicht. Sie scheinen müde, ihr Federkleid flattert im Wind, Kopf hinter dem Flügel, der andere wacht. Noch über eine gestürzte Kiefer mit grünen Nadeln, die mich leidlich decken. Eine Position am Stamm für die Kamera gesucht und los. Irgendetwas passt nicht. Sie recken ihre Köpfe und rufen. Sie haben mich entdeckt, können mich getarnt nicht einordnen. Behutsam schleiche ich gedeckt von einer Buche zurück. Behutsam, das Zauberwort. Ich schaffe es, sie über mich im Unklaren zu lassen. Sie rufen weiter, steigen aber nicht auf. So soll das sein. Herzlich willkommen und, schöne Kinder!

Pfannkuchen-Eis

„Wenn der Kanal zugefroren ist, dann führt die Oder Pfannkucheneis.“ Dieser alte Spruch gilt gestern wie heute. Das Wetter ist trüb, der Boden spiegelglatt und doch mache ich mich auf den Weg zu diesem raren Naturschauspiel. Alles in der Natur hat seine Zeit und wer diese verpasst, muss auf ein nächstes Mal warten. Das es nicht ewig gibt. Viel Freude beim Pfannkucheneis und vorsichtshalber setzen, das Spektakel ist schwindelerregend …

Wohlig-Grün

Die Singschwäne aus Skandinavien und dem weiten Osten lassen dieses Jahr auf sich warten. Nun, dann tauchen wir, bis es weiß klingen wird, 30 Minuten in den Sommer-Grumsin.

Der Film wurde 2020 für die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde -HNEE- erstellt. Prof. Dörte Martens hat das Thema begleitet. Kamera und Schnitt: Thomas Woitalla.

FeenWeiß

Alle Herbste wieder, die Fischteiche werden abgelassen. Pfeif-, Schnatter- und Krickenten neben den alles überstrahlenden Silberreihern. Ich wundere mich, wo Tarnfarben im Tierreich soviele Überleben sichern, warum es bei uns mit den grünen Wintern weiß gekleidete Vogelarten wie Schwäne und Silberreiher gibt. Wehrhaft wenigstens sind sie ja und klar, die Natur hat sich was dabei gedacht.

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