Eine meiner Lieblingstiere, sollte es sowas geben. Um die Mittagszeit ein entspannter Fuchs im Fellwechsel. Unschlüssig auf einem Baumstamm über einem austrocknenden Gewässer. Es reicht für ein paar Schlucke und dann irgendwann zielstrebig weiter. Da soll es doch irgendwo einen neuen Imbiss geben …. Ja, Natur ist hart und doch voller Schönheit.
Es ist immer eine gute Idee, sich getarnt in den Wald zu setzen und der Dinge zu harren, die da kommen mögen. In diesem Fall hat es sich lange angekündigt und war dann so nah, dass ich das Wildschwein ansprechen musste, um es über meine Anwesenheit zu informieren. Hat dann auch geklappt. Nach meinen Erfahrungen sind ausschließlich angeschossene Wildschweine für Menschen gefährlich. Da sie schlecht sehen, ausgezeichnet hören und riechen, im Begegnungsfall ruhig ansprechen. Der Schreck im Titel bezieht sich nicht auf mich 😉
Als ich oben am Hang stehe, registriere ich Wellen im Biberteich. Verharre, die Verursacher zu erkunden. Wenig später sehe ich badende Rothirsche. Ich glaube, der Wechsel vom Winter- zum Sommerfell quält sie. Ihr Fell wirkt mottenzerfressen. Wasser und Schlamm lindern. Nach einer halben Stunde schleiche ich in zwei Windböen zurück, die meine Geräusche mitnehmen. Ohne zu stören, wie schön.
Frühlingsbote, wird bis zu 40 Jahre alt, der Name kommt von blend, glänzen, auf Englisch slowworm, Langsamkeit kann schützen, aber nur, wo der Bewuchs hoch genug ist und Steine oder lockere Erde Schutz bietet. Eine Eidechse ohne Beine, wie beim Wal, der auch zurück vom Land ins Wasser migrierte, am Skelett sind die Beinansätze noch sichtbar. Für mich jedesmal eine zauberhafte Begegnung mit Vielfalt.
Die Erpel der Schellenten werben pantomimisch um ihre Auserwählte. Wie eindringlich. Das Nest in einer alten Höhle von Schwarzspechten polstern, die Eier legen, frisch geschlüpfte Küken zum Sturz aus acht und mehr Metern Höhe zu bewegen, den Nachwuchs vor Zander, Hecht und Wels bewahren, die flüggen Jungen ziehen zu lassen, alles und noch viel mehr Aufgaben der Mutter.
Im ausgehenden Februar ist das Revier besetzt. Dieses Paar wird Ende März ihre Brut beginnen. Sehr früh im Jahr, um den 30. April, werden hoffentlich zwei zimtrote Küken schlüpfen. Möge es nicht zu kalt sein, mögen große Insekten ihren Hunger stillen. Das erste Mal im Jahr, wenn ich dieses Paar beobachten kann, möglichst ohne zu stören, immer eine Vorfrühlingsfreude…
Weht im Februar warmer Südwestwind über die Uckermark, trägt er Kraniche mit sich. Gerade gleiten mehr als 100 in der Thermik nach oben. Die ersten kamen vor zwei Wochen, seit drei Tagen ist Hauptzug. Für mich jedes Mal eine Herz erwärmende Jahresmarke. „Das ganze Jahr vor mir.“ Sorgen fliegen mit. Rund 40.000 Kraniche sind im Herbst an der Vogelgrippe verreckt! Wissenschaftler diskutieren, ob sich das Virus in Geflügelmastanlagen radikalisiert. Zudem: Viele der Kranichbrutgebiete liegen trocken, wir sind im Dürrewinter. Trotzdem, mein Herz freut sich, fliegt mit den Großen Grauen!
Meine ersten habe ich vor 27 Jahren in Canada gesehen. Sie brüten in Baumhöhlen, jagen häufig in Gruppen. Tauchen den Kopf unter Wasser, sondieren die Lage, tauchen plötzlich ab, treiben sich Fische zu, meist erfolgreich. Die Schnäbel dieser Tauchenten sind gezähnt, daher der zweite Teil des Namen. Da sie deutlich kleiner als Gänse sind, frage ich mich, wer auf den „Vornamen“ Gänse gekommen ist. Immer eine Freude, die rotschopfigen Weibchen und schwarzweiß gefiederten Männchen zu beobachten …
Gestern und heute nach rund 8 Wochen Dauerfrost eine „Zwischeneiszeit“, es taut, morgen kommt der Frost zurück. Heute bin ich seit Wochen wieder im Wald, ich war so rastlos, hauskrank. Dann ein graubrauner Schatten. Das Fernglas verrät: „Nebelhirsch“. Bin versteinert. Eine alte Hirschkuh war misstrauisch, sieht mich lange an. Gut so. Wir haben es doch länger als eine halbe Stunde zusammen ausgehalten. Dann sind die Vier, so ein kleines Rudel, entspannt in den Wald gezogen. Ich habe unsere Begegnung noch ausklingen lassen, wollte sie nicht aufschrecken, bin dann leise zurück nach Hause.
Singschwäne verzaubern mich jedes Mal. Heute Morgen am Oderkanal bei Criewen. Um die 300 Eishügel liegen hier, die sich beim zweiten Hinsehen als schlafende Singschwäne entpuppen. Erst langsam, dann rasch kommt Leben in die Langschläfer. Sie haben sich gestern bis 2 Uhr morgens angeregt unterhalten. Ihr Geplapper in einer Frostnacht gehört zu den wunderbarsten Erlebnissen überhaupt. Vielleicht lerne ich ihre Sprache ja noch …