Pantomime

Die Erpel der Schellenten werben pantomimisch um ihre Auserwählte. Wie eindringlich. Das Nest in einer alten Höhle von Schwarzspechten polstern, die Eier legen, frisch geschlüpfte Küken zum Sturz aus acht und mehr Metern Höhe zu bewegen, den Nachwuchs vor Zander, Hecht und Wels bewahren, die flüggen Jungen ziehen zu lassen, alles und noch viel mehr Aufgaben der Mutter.

KranichsRevier

Im ausgehenden Februar ist das Revier besetzt. Dieses Paar wird Ende März ihre Brut beginnen. Sehr früh im Jahr, um den 30. April, werden hoffentlich zwei zimtrote Küken schlüpfen. Möge es nicht zu kalt sein, mögen große Insekten ihren Hunger stillen. Das erste Mal im Jahr, wenn ich dieses Paar beobachten kann, möglichst ohne zu stören, immer eine Vorfrühlingsfreude…

Kranich – Frühlingszug

Weht im Februar warmer Südwestwind über die Uckermark, trägt er Kraniche mit sich. Gerade gleiten mehr als 100 in der Thermik nach oben. Die ersten kamen vor zwei Wochen, seit drei Tagen ist Hauptzug. Für mich jedes Mal eine Herz erwärmende Jahresmarke. „Das ganze Jahr vor mir.“ Sorgen fliegen mit. Rund 40.000 Kraniche sind im Herbst an der Vogelgrippe verreckt! Wissenschaftler diskutieren, ob sich das Virus in Geflügelmastanlagen radikalisiert. Zudem: Viele der Kranichbrutgebiete liegen trocken, wir sind im Dürrewinter. Trotzdem, mein Herz freut sich, fliegt mit den Großen Grauen!

Gänsesäger

Meine ersten habe ich vor 27 Jahren in Canada gesehen. Sie brüten in Baumhöhlen, jagen häufig in Gruppen. Tauchen den Kopf unter Wasser, sondieren die Lage, tauchen plötzlich ab, treiben sich Fische zu, meist erfolgreich. Die Schnäbel dieser Tauchenten sind gezähnt, daher der zweite Teil des Namen. Da sie deutlich kleiner als Gänse sind, frage ich mich, wer auf den „Vornamen“ Gänse gekommen ist. Immer eine Freude, die rotschopfigen Weibchen und schwarzweiß gefiederten Männchen zu beobachten …

Damhirsch Zauber

Gestern und heute nach rund 8 Wochen Dauerfrost eine „Zwischeneiszeit“, es taut, morgen kommt der Frost zurück. Heute bin ich seit Wochen wieder im Wald, ich war so rastlos, hauskrank. Dann ein graubrauner Schatten. Das Fernglas verrät: „Nebelhirsch“. Bin versteinert. Eine alte Hirschkuh war misstrauisch, sieht mich lange an. Gut so. Wir haben es doch länger als eine halbe Stunde zusammen ausgehalten. Dann sind die Vier, so ein kleines Rudel, entspannt in den Wald gezogen. Ich habe unsere Begegnung noch ausklingen lassen, wollte sie nicht aufschrecken, bin dann leise zurück nach Hause.

SingschwanMorgen

Singschwäne verzaubern mich jedes Mal. Heute Morgen am Oderkanal bei Criewen. Um die 300 Eishügel liegen hier, die sich beim zweiten Hinsehen als schlafende Singschwäne entpuppen. Erst langsam, dann rasch kommt Leben in die Langschläfer. Sie haben sich gestern bis 2 Uhr morgens angeregt unterhalten. Ihr Geplapper in einer Frostnacht gehört zu den wunderbarsten Erlebnissen überhaupt. Vielleicht lerne ich ihre Sprache ja noch …

Lieblingsfink

Stieglitz oder Distelfink, mein Finkenfavorit. Als Gott den Vögel ihre Farben schenkte, hatte er den Stieglitz vergessen. Der weinte bitterlich, rührte Gottes Herz. Der kratzte sämtliche Farbreste zusammen, das Ergebnis knackt hier Nachtkerzensamen. Erinnern mich an deren sommers fein zitronig duftende Blüten. Wenn sie fahlgelb in der Dämmerung regelrecht aufspringen, warten schon speziell ausgebildete Honigbienen, die den klebrigen Pollen konzentriert schwebend um ihre Hinterbeine wickeln. So birgt ein Moment viele weitere, längst vergangene, fügt sie zusammen. Wie gut, dass Stieglitze Nachtkerzensamen haben, jetzt, wo der Eisregen so viele Fruchtstände unter Glas verschlossen hat.

WinterKraniche

Vier erwachsene Winterkraniche erwarten mich, als ich aus dem Wald auf ein Feld komme. Sie überlegen kurz, dann starten sie doch. Schade. Die nächsten zwei bis drei Wochen soll es Stein und Bein frieren. Schneelos. Das könnte ihr Überleben sichern, da sie gut an wenn auch gefrorene Pflanzen herankommen. Sorgen mache ich mir um die Eisvögel. Sämtliche Gewässer werden zufrieren, auch die Oder. Aber Sorgen, wem hätten sie jemals genutzt?

Silberreiher

Die nächsten Einwanderer, aus Osten, Süden. Vor 20 Jahren noch rar, sind die weißen Reiher heute gar nicht mehr weg zu denken. Der erste offizielle Brutnachweis in Deutschland datiert aus 2021 in Mecklenburg-Vorpommern. Anders als ihre grauen Verwandten brüten sie verborgen im Schilf. Über die Fischteiche, in denen die Silberreiher jagen, ziehen Kraniche. Keine Freude wie sonst, Sorgen wegen der Vogelgrippe. Aber wie immer: „Guten Flug“. Wir sehen uns im Februar!

Damhirsch Brunft

Heute musste ich raus. Die nächsten Tage meldet der Wetterbericht Sturm und dringend nötigen Regen, danach kann es zu spät sein. Es war meine 7. Hirsche-pirschen-Tour in diesem Oktober und ich hatte gewaltiges Glück. Hinter einem Wurzelteller konnte ich mich anschleichen, immer nur ein paar Schritte, solang der Hirsch rief, sie belauschen. Der Wald birgt immer neue Wunder. Als ich mich gerade auf den Rückweg vorbereite, erscheint 10 Meter vor mir ein Spießer, schätzt mich ein paar Sekunden lang ein, gibt dann Alarm. Sicher ist sicher. Schade, ich wäre gerne ohne zu stören abgezogen …

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