Hallenwälder mit gelbem Kronendach. Der Welterbewald Grumsin bereitet sich auf den Winter vor, zieht die Nährstoffe aus den Blättern in den Stamm. In diesem Jahr kein rot-gelb-kupfern leuchtender Indian Summer im Buchenwald. Jede größere Buche will im nächsten Frühling, bis Mitte April, in wenigen Wochen hunderttausende Blätter treiben. Aus Sonnenlicht und Kohlendioxid Zucker bauen. Für uns Lebewesen entsteht dabei Sauerstoff. Solange ich staunen kann, bin ich nah am Leben …
Das Herbstgelb der Hainbuchenblätter ist für mich eine besondere Jahresmarke. Jetzt bereitet sich die Natur intensiv auf den Winter vor. Die Bäume speichern die Nährstoffe aus ihren Blättern im Stamm. Sie sind die Basis, um im nächsten Frühjahr neue Blätter zu bilden. Diese Aufnahmen zeigen einen meiner Lieblingsplätze. Den Schönen Grund mit seinem Quelltopf. Der in diesem Jahr ausgetrocknet ist. Wenn ich hier sitze, ist das jedes mal Meditation.
Kraniche verbrauchen auf ihrem Flug nach Süden viele Kalorien. In Brandenburg legen sie gerne eine kulinarische Rast ein. Ihre herbstliche Lieblingsspeise bilden die Körner auf beernteten Maisfeldern. In Europa leben rund 400.000 bis 500.000 Graue Kraniche. Im letzten Herbst sind 40.000 bis 70.000 an der Vogelgrippe verendet. Bis heute ist die Frage offen, ob die Vogelgrippeviren in Geflügelmastbetrieben stets neue aggressive Formen entwickeln. Wissenschaftler sind dran…
Einflug der Kraniche auf ihre Nahrungsflächen. Bis Ende Oktober werden sie in Nordbrandenburg bleiben, dann geht es weiter in die südlichen Winterquartiere, am liebsten in die Extremadura nach Andalusien. Dort stehen die Früchte von Stein- und Korkeichen ganz oben auf dem Speisezettel. Dumm nur, dass diese Bäume zunehmend gefällt werden, um lukrativere Feldfrüchte anzubauen. Dumm nur, dass Spanien versteppt, das Wasser ausgeht… Noch finden die Kraniche hier, was sie benötigen.
Wenn die Kraniche ziehen, fliegen meine Augen bei ihren Rufen gen Himmel. Jedesmal! Ihre Zugtage sind herrliche Jahresmarken. Im Herbst mahnen sie an, sich für den Winter zu wappnen. Mitte Februar wecken sie unbändige Vorfreude auf den Frühling. Nun, es kann noch dauern. Meine Freude über diese Vögel ist jedesmal groß, unverbrüchlich, niemals abgenutzt, müde gar.
Kurz vor Beginn der Herbstbrunft ist Bewegung in den Hirschrudeln. Die ersten Platzhirsche kümmern sich um die Damenwelt. Noch ist alles ruhig. Das ändert sich im beginnenden September. Die röhrenden Rufe der Hirsche durch eine Nacht sollte jeder mindestens einmal im Leben gehört haben. Gänsehauterleben! Hier im Video sind in einem Rudel von Hirschkühen zwei Spießer und ein zweijähriger Hirsch. Sie genießen den Schutz des Rudels, bis sie sich einen Junggesellenklub anschließen, warten, bis sie selbst um Hirschkühe werben können.
Mitte August, tausende der braunen Uferschwalben auf Stromleitungen. Sie bereiten sich auf ihre Saharaüberquerung vor. Mehr als 1500 km Non-Stopp! Da muss jede Feder sitzen. Ein paar Extragramm Fett als Treibstoff. Kräftige Flugmuskulatur. Guten Flug! Und: Kommt gesund wieder…
Eine meiner Lieblingstiere, sollte es sowas geben. Um die Mittagszeit ein entspannter Fuchs im Fellwechsel. Unschlüssig auf einem Baumstamm über einem austrocknenden Gewässer. Es reicht für ein paar Schlucke und dann irgendwann zielstrebig weiter. Da soll es doch irgendwo einen neuen Imbiss geben …. Ja, Natur ist hart und doch voller Schönheit.
Es ist immer eine gute Idee, sich getarnt in den Wald zu setzen und der Dinge zu harren, die da kommen mögen. In diesem Fall hat es sich lange angekündigt und war dann so nah, dass ich das Wildschwein ansprechen musste, um es über meine Anwesenheit zu informieren. Hat dann auch geklappt. Nach meinen Erfahrungen sind ausschließlich angeschossene Wildschweine für Menschen gefährlich. Da sie schlecht sehen, ausgezeichnet hören und riechen, im Begegnungsfall ruhig ansprechen. Der Schreck im Titel bezieht sich nicht auf mich 😉
Als ich oben am Hang stehe, registriere ich Wellen im Biberteich. Verharre, die Verursacher zu erkunden. Wenig später sehe ich badende Rothirsche. Ich glaube, der Wechsel vom Winter- zum Sommerfell quält sie. Ihr Fell wirkt mottenzerfressen. Wasser und Schlamm lindern. Nach einer halben Stunde schleiche ich in zwei Windböen zurück, die meine Geräusche mitnehmen. Ohne zu stören, wie schön.