Waldwasserläufer

Als ich verborgen am Biberteich sitze, fliegt er ein. Weißbraun, wippend, zum Wasser. „Bachstelze“ möchte mein Hirn katalogisieren, es möchte einordnen, die ehemals überlebenswichtigen Kategorien harmlos, Beute, gefährlich bedienen. Zugleich signalisiert es, widerwillig und interessiert zugleich, keine völlige Übereinstimmung mit dem Erstverdacht. Ich nehme langsam das Fernglas hoch und weiß sofort, eine „Einmal-im-Leben-Begegnung“. Der regionale Vogelpapst schreibt zu diesem Schnepfenvogel in der Uckermark: Er „ist ein sehr seltener Brutvogel und in geringer Zahl Durchzügler.“ Waldwasserläuder, so mein noch nicht bestätigter Verdacht.

Einer der Gründe, warum ich mich der Natur verschrieben habe. Nicht einen Bruchteil ihrer Fülle werde ich in diesem Leben erfassen. Immer wieder entdecke ich staunend nie zuvor erfasstes.

Und ja, Dank an den Dammbauer. Eine Bitte dazu: Leitet den Link zu meinem Blog gerne weiter.

Kleiberglück

Gearde jetzt lohnen sich Blicke in die Baumkronen. Um nicht aufzufallen, setze ich mich neben einen Baum, manchmal liege ich auf dem Rücken und erschließe das eigenwillige Kronenreich vor himmelblau. Vögel sind aktiv, erkämpfen federfliegend ihre Reviere, bauen Nester, klopfen Höhlen und werben natürlich um ihre Liebsten. Ich werde nicht vermenschlichen, das liegt mir fern. Das Video zeigt eine Kleiberfrau, die den Stamm hinaufklettert und seltsam, wie ein flügges Küken, mit dem Federkleid und den Flügeln „zittert“. Das soll die Fütterungsinstinkte der Eltern wecken und funktioniert auch hier. Biologen nennen so etwas Paarbindung. Stellt Euch vor, frischverliebt, Einladung in ein Lokal, das Essen reicht gerade für einen, eine, und so werden zarte Bande vertieft. Habe ich jetzt gefühlt vermenschlicht? Ich hoffe nicht; eins bleibt klar, auch Tiere haben Gefühle und die gehen über rein instinkgesteuerte Verhalten hinaus. Jede Wette. Ach ja, heute hatte ich ein „ErstesmalimLebenereignis“. Ich möchte meine Vermutung noch von einem guten Vogelfreund bestätigen lassen, dann stelle ich das Video hier in den Blog.

Trompetentrio

Der Auftakt mit dem Suchfilm Kranichküken war schon hart. Ich hoffe, der eine oder andere hat es entdeckt und sein Herz dabei höher schlagen lassen. Heute ist der Film klar, die Hauptdarsteller sichtbar, die Kamera ruht auf meinem rechten Knie. Den ganzen Tag lang rufen Kraniche aus dem nahen Wald und am späten Vormittag muss ich los. Ich vermute im Umfeld der Rufer einen Nistplatz. Nistende Kraniche oder gar große Graue, die Küken führen, sind heimlich, ruhig. Ich fürchte einen Waschbärüberfall und versuche mich, anzuschleichen. Möglichst im Wolkenschatten, Sonne gibt mir einen Schatten und „vergrößert“ meine Bewegungen für die extrem wachsamen Kranichaugen. Gut, dass der eisige Nordwestwind in den Bäumen rauscht, so brigt er meine Geräausche auf dem trocken brechenden Laub. Da sehe ich mit bloßem Auge den ersten Grauen schreiten. Gravitätisch trifft es. Warten, auf einen Wolkenschatten, dann gebückt, leise, schnell und langsam zugleich, zum erkorenen Beobachtungsplatz. Es hat geklappt, da sind sie. Was? Drei? Ein Rätsel. Ein Paar hätte ich erwartet, die ihr Revier vielleicht auch spät im Jahr ausrufen, noch wäre Zeit für eine Brut. Oder einen Beutegreifer vom Bodennest verjagen. Aber drei? Ein Elternpaar mit einem erwachsenen Jungen aus 2020? Drei Heranwachsende, die Revierverhalten üben? Wieder ein Rätsel. Gut so. Ich komme wieder aus dem Sichtfeld der Kraniche, ohne gestört zu haben. Das ist immer mehr noch als die Sahnehaube…

https://youtu.be/XrnlRLrmXdg

Premiere

Am 19. März habe ich ihn beim Brüten entdeckt und 31 Tage später
 
ist es soweit. Es ist ein Suchfilm. Ich sitze weit entfernt, gedeckt
 
durch die Krone eines gestürzten Baumes, wage kaum zu atmen,
 
jede Bewegung Zeitlupe, versuche meine Kamera halb ruhig zu
 
halten, auf keinen Fall stören. Störung heißt, in jedem Fall sofort
 
zurück. Tipps zur Suche: entengroß, zimtrot, schwimmt, ein,
 
höchstens zwei Tage alt, klettert im Schutz des großen Grauen ..

Ab 53 Sekunden und nach 2 Minuten 49 Sekunden wird es

spannend. 

Beim ersten schwimmt rechts hinter dem Altkranich ein Küken zum

alten Grauen. Beim zweiten schwimmt es ganz unten links Richtung

Nest. Immer noch schwierig zu suchen, aber lohnt sich. Jetzt aber

alles Gute und ein langes Leben .

Blog Zeitenwanderer

Es dauert noch ein wenig, bis Sie hier aktuelle Videos, Fotos und knappe Texte sehen. Sie dürfen sich aber schon freuen!

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