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KranichRuf

Mir geht jedes Mal das Herz über, wenn die Kraniche aus dem Süden heimkehren und ausgelassen dem Frühling entgegen trompeten. Er mag sich noch etwas zieren, doch die Sonne wärmt bereits und nicht mehr lange, dann folgen die ersten Blüten ihrem Werben… Nicht verpassen!

EulenSchaukel

Waldohreulen finden sich den Winter über zu Schlafgemeinschaften zusammen. Dazu benötigen sie möglichst blickdichte Bäume – gar nicht so einfach in unseren Dürrejahren – und jede Menge Wühlmäuse. Ihre Schlafplätze erkennt man an den ausgewürgten mausgrauen Gewöllen am Boden, einen Zentimeter dick und zwei bis drei lang. Wer ein Gewölle „seziert“, entdeckt zwischen all den Mäusehaaren viele Knochen.

KunterBunt

Distelfinken sind vielleicht meine Lieblingsvögel. Zumal ich früher dachte, überall in der Welt seien die Vögel bunter. Ich mag auch die Geschichte, wie er zu seinem Namen kam. Als Gott sämtlichen Vögeln Farben geschenkt hatte, kam der Stieglitz, todtraurig, dass er vergessen wurde. Nun, Gott hat aus sämtlichen Farbkannen die Reste getupft und dem Vogel sein kunterbuntes Gewand geschenkt, bis hin zum roten Klecks mitten ins Gesicht …

SpeerFischer

Silberreiher sind in den letzten Jahrzehnten aus Süden und Osten in den Nationalpark Unteres Odertal eingeflogen. Ein Brutnachweis, ihre Nester liegen in dichten Schilfwäldern, fehlt noch. Gerade im Herbst und Winter leben sie in größeren Scharen im Nationalpark. Beim herbstlichen Abfischen der extensiv genutzten Karpfenteiche sammeln sich bis zu 100 dieser weithin weiß leuchtenden Vögel. Silber kann ich an ihnen nicht erkennen, aber vielleicht ist es wie bei Menschen: Die wahren Schätze liegen häufig im Verborgenen und es benötigt Zeit, sie zu entdecken.

https://youtu.be/2x0A2OwhlWY

GansViel

Die Luft kocht, wenn tausende Gänse gleichzeitig aufsteigen. Ein unvorsichtiger Mensch, ein patrouillierender Seeadler, ein sich anschleichender Fuchs mögen die Ursache sein. Schnell haben sie sich zu ihren Flugformationen gefunden, einem „V“, einem „L“, und empört schimpfend geht es zu einem nächsten, vermeintlich sichereren Futterplatz. Die Gänsescharen, später die Singschwäne, schenken unserem Winterhalbjahr einen charakteristischen Klang.

Rotes-C

Gerade geschlüpft, der leuchtende Schuppenmantel noch unversehrt, Oktobersonne auf Pflaumenrinde genießen, jeder Tag könnte der letzte sein, dann rasch in einem Versteck Frostschutzmittel in die Adern pumpen, 5 oder 6 Monate verträumen, Frühlingssonne herbeisehnen und endlich, endlich aufwachen, fliegen, eine neue Generation zu gründen: C-Falter. Seinen Namen hat der kühn geformte Sonnentanker von einem weißen „c“ auf der dunklen Flügelunterseite. Während „Allerweltsarten“ wie Pfauenauge bei uns in Nordbrandenburg seltener geworden sind, scheint der C-Falter mit der Dürre besser klarzukommen. Das mag am Hopfen liegen, einer der Profiteure des Klimawandels und Raupennahrung dieses Edelfalters. Seine Raupen dinieren ebenso gerne an Brennesseln, wie so viele andere Schmetterlingsarten auch. Hier denke ich stets an den Spruch einer Freundin: Wer Schmetterlinge mag, muss Brennesseln lieben…“

ZugTag

Gestern einer dieser magischen Tage. Von morgens bis abends klingende Kranichrufe vom septemberklaren Himmel. So hoch, dass die Augen mühsam suchen. Hier ein fliegendes „V, dort eine Gruppe, die sich noch höher in das Blau schreibt, dort zwei Scharen, die sich im Flug zu einer finden, bis der sanfte Ostwind ihnen frischen Schwung Richtung Winterquartier, gerne in der spanischen Extremadura, verleiht. Kostbare Kranichtage im Herbst.

WildeJagd

Es sind die kleinen Dinge, die gesehen werden wollen. Wie diese Kurzflügler im Chitin-Panzer. Bis 3 cm lang, die Hautflügel ähnlich wie beim Ohrenzwicker kunstvoll gefaltet, kräftige Mandibel – das sind die Zangen zum Festhalten und Zerlegen der Beute – und rastlos auf der Suche nach Futter. Fühlen sie sich bedroht, etwa durch Menschen, stellen sie wie ein Skorpion ihren Hinterleib steil nach oben. Im Spätsommer ist dieser Käfer auf der Jagd nach Raupen, Larven, Würmern oder Käfern in Wäldern und Gärten keine Seltenheit.

OderTod II

Die Bilder sind furchtbar. Sie werden mich mein Leben lang begleiten. Tausende toter Fische auf nur rund 50 Metern Oderstrand. So sieht es auf -zig Kilometern aus. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom, diese Bilder sind schwer zu ertragen. Schwamm drüber wird es hier nicht geben.

OderTod

Heute war ich zweimal an der Oder. Bin fassungslos. Große, kleine Fische, alle tot. Am Ufer, auf Sandbänken, silbern glitzend im Strom. Opfer des trockenen Sommers, Gifteinleitungen oder beides? Was für ein Umgang mit der Schöpfung. Morgen werde ich wieder hingehen, wegsehen gelingt nicht mehr. Warum ohne Vorwarnung, entgegen aller Absprachen, von der polnischen Seite?

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